GRIPS Deutsch 27 Dramen, Romane und Kurzgeschichten
Es gibt drei große Literaturgattungen. Zwei davon sind die Epik und Dramatik. Zur Epik gehören Romane, Novellen und Kurzgeschichten. Zur Dramatik zählen Theaterstücke. Was aber sind die Eigenheiten und Unterschiede der Gattungen?

Damit du weißt, um welchen Text es sich eigentlich handelt, ist es gut, die Unterschiede der Texte kennenzulernen. Was macht eine Kurzgeschichte aus, neben ihrer Kürze? Was ist das Dramatische an einem Bühnenstück? Was bedeuten Epik und Dramatik? Und wie erkennst du eine Kurzgeschichte - mit ihr befassen wir uns genauer:
Epik
Zur Epik zählen erzählende Texte in Versform (Gedichtform) oder Prosaform (Fließtext). Der Name leitet sich von "Epos" ab, das ist eine Geschichte in Versform. In Epen wird eine Geschichte von Helden, Rittern oder Adeligen erzählt, keinesfalls von ganz normalen Menschen. Epen sind heute eher altmodisch, sie gaben jedoch der Literaturgattung ihren Namen.
Der bekannteste Vertreter der Epik ist der Roman. Der Roman ist literaturgeschichtlich relativ jung, er trat erst in den letzten 200 - 300 Jahren seinen Siegeszug an. Davor spielten erfundene Erzählungen, die man zur Unterhaltung las, eine sehr geringe Rolle.
Was ist ein Roman?
Außer den Langformen der Epik wie Epos, Roman oder Satire, gibt es auch noch Kurzformen wie Novelle, Anekdote oder Kurzgeschichte. Die Kurzgeschichte ist die bekannteste Variante der Kurzformen der Epik.
Was ist eine Kurzgeschichte?
Merkmale der Kurzgeschichte zusammengefasst
Beispiel: Badeausflug
Hier kannst du die Kurzgeschichte "Badeausflug" aus dem Film nachlesen. Die Schüler haben eine Weiterführung der Kurzgeschichte geschrieben, auch diese findest du hier.
Die Kurzgeschichte Badeausflug
Dramatik
Das wichtigste Merkmal der Literaturgattung Dramatik ist, dass die Handlung durch Dialoge (= Gespräch zwischen zwei oder mehr Personen) dargestellt wird. Dramatische Texte sind für ein Publikum geschrieben und sollen auf einer Bühne aufgeführt werden. Es ist natürlich auch möglich sie zu lesen.
Normalerweise wird ein dramatischer Text von verschiedenen Personen gespielt. Ausnahme ist der Monolog, der nur von einem Schauspieler vorgetragen wird. Damit die Akteure so spielen, wie es der Verfasser gern hätte oder meint, gibt er im Text zusätzliche Regieanweisungen. Er bestimmt damit die Stimmung, die Blicke, die Gesten, den Ort oder die Zeit, in der die Handlung spielt. Außerdem gibt er an, welche Requisiten, also Gegenstände für das Stück gebraucht werden.
Ein Drama ist üblicherweise in drei bis fünf Akte (Handlungsabschnitte) eingeteilt, in diesen gibt es unterschiedliche Szenen oder Auftritte. Den Überblick über alle Darsteller und sozusagen das Kommando hat der Regisseur. Es gibt eine Menge Unterarten der Dramatik, beispielsweise Komödien (lustige Stücke) und Tragödien (tragische, traurige Stücke). Im weiteren Sinn ist auch ein Drehbuch, also die Vorlage, nach der ein Film gedreht wird, ein dramatischer Text. Moderne Formen der Dramatik sind zum Beispiel Hörspiele oder Fernsehspiele.
Im Gegensatz zur Epik ist der Zuschauer (beziehungsweise Leser) bei einem dramatischen Text viel gebundener, da viele Dinge vorgegeben sind, die in einem epischen Text völlig der Fantasie des Lesers überlassen werden.