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GRIPS Deutsch 32 Das Wichtigste zu den Sachtexten

Anleitung, Bericht, Reportage, Kommentar. Was haben diese Texte gemeinsam? Stimmt. Sie zählen zu den Sachtexten. Was ihre Besonderheiten sind, welches Ziel sie verfolgen und wie du sie erkennst - darum geht es im Folgenden.

Stand: 20.09.2013 | Archiv |Bildnachweis

Illustration GRIPS Deutschlehrerin- Lektion 32 | BR | Bild: BR

Du bekommst ein neues Handy und dazu eine neue Gebrauchsanweisung. Und schon hast du wieder einen Sachtext in der Hand. Sachtexte zählen zu einer der großen Textarten und es gibt viele verschiedene Sachtextsorten. Weil sie uns ständig im Alltag begegnen, werden sie auch Gebrauchstexte genannt. Jede Sachtextart hat einen eigenen Zweck und zeichnet sich durch besondere inhaltliche und formale Eigenschaften aus. Damit du dich damit auskennst: Hier ein Überblick.

Zur Einordnung: Welche Textarten gibt es überhaupt?

  • Literarische Texte: zum Beispiel Kurzgeschichten, Romane; eine Sonderform sind lyrische Texte wie Gedichte und Liedtexte
  • Sachtexte: zum Beispiel Werbeflyer, Wahlkampfreden, Reportagen

Welche Textsorten gibt es unter den Sachtexten?

Zu den Sachtexten gehören viele Texte, die dir im Alltag ständig begegnen und bei denen es darum geht, dass sie etwas sachlich erklären wollen. Zu Handlungen und Vorgängen soll nichts hinzugedichtet oder erfunden werden. In Sachtexten hat die Fantasie normalerweise nichts verloren. Vielmehr geht es darum, etwas so zu erzählen, dass der Leser einen Vorgang, eine Handlung, einen Ablauf, aber auch eine Meinung nachvollziehen kann. Dabei hat jede Textsorte ihre Besonderheiten und die hängen vom Ziel ab, das der Text verfolgt.

Beispiele für Sachtexte

  • Zeitungsartikel
  • Flyer, Werbeflyer, Werbung
  • Hausordnung, Schulordnung
  • Gebrauchsanweisung ( Bastelanleitung)
  • Bericht (Unfallbericht)
  • Kommentar (Leserbrief, Sportkommentar)
  • Reportage (Reise-, Sport-)

Welche Funktion haben die Sachtexte?

Die Sachtexte unterscheiden sich also untereinander, da jede Textsorte ein anderes Ziel verfolgt, das heißt eine andere Funktion hat. Und die Form und Sprache sollen diese Funktion natürlich unterstützen.

Die Funktionen sind

  • appellierende, auffordernde Texte wie Werbetexte oder Wahlreden
  • anweisende Texte wie Gebrauchsanweisungen
  • regelnde, normierende Texte wie Gesetze oder Hausordnungen
  • informierende Texte wie Zeitungsartikel, Bericht, Reportage
  • kommentierende Texte wie Filmkritik, Zeitungskommentar, Blogeintrag

Hier nochmals ausführlicher:

Appellierende / auffordernde Texte

Sprache

Sprachliche Merkmale

  • besonders einfache, anschauliche Wörter
  • Wörter aus der Umgangssprache (geil, saustark)
  • Wortwiederholungen (Billig! Billig! Billig!)
  • Ausrufe (Juhuhuuuu!)
  • Vergleiche (sanft wie auf Wolken)
  • mehrere Wörter beginnen mit dem gleichen Buchstaben, auch Alliteration genannt: Geiz ist geil!

Anweisende Texte

Sprache

Sprachliche Merkmale

  • kurz und prägnant
  • eindeutige Formulierungen
  • sachlich
  • Fachwörter, zum Teil auch erklärt
  • genau zutreffende Verben

Regelnde / normierende Texte

Sprache

Sprachliche Merkmale

  • jede Formulierung ist genau überlegt, da sie zum Beispiel bei Gesetzen auch gerichtliche Folgen nach sich zieht.
  • sachlich
  • Fachwörter, juristische Fachbegriffe
  • sehr genau beschrieben
  • genau zutreffende Verben
  • oft sind darin auch Paragraphen oder Gesetzesabkürzungen angegeben

Informierende Texte

Sprache

Sprachliche Merkmale

  • sachlich, eher "trocken"
  • informierend
  • erklärend
  • Fremd- und Fachwörter
  • durchaus auch längere Sätze, aber gut verständlich

Kommentierende Texte

Sprache

Sprachliche Merkmale

  • Wortschatz, Satzbau, Ausdrucksweise hängt vom persönliche Stil des Autoren ab (jung, alt, flippig, seriös)
  • persönliche Meinung
  • kann von umgangssprachlich bis Fachjargon alles sein - er muss namentlich gekennzeichnet sein






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