Ig-Nobelpreis 2017 Studien zu verschüttetem Kaffee, Vampiren und Vaginas
Studien mit wenig Sinn, dafür umso mehr Spaß, sind auch einen Preis wert: den Ig-Nobelpreis. Die skurrilsten Forschungsarbeiten 2017 handeln vom Rückwärtsgehen beim Kaffeetrinken, Vampiren, Krokodilen, großen Ohren und Vaginas.

Auch in diesem Jahr ging es bei der Verleihung der Ig-Nobelpreise wieder lustig zu, als die Jury erheiternde Forschungsergebnisse würdigte. Der Preis dieses Jahr: ein Plastikkopf einer Schaufensterpuppe mit einem Fragezeichen darauf. Diese hübsche Trophäe erhielten 2017:
Die Ig-Nobelpreise 2017
Beim Kaffeetrinken lieber rückwärts laufen
Schon wieder den Kaffee verschüttet? "Wir alle tun es und wir alle hassen es", sagt Jiwon Han, der in den USA studiert. Und weil er nach eigenen Angaben zu viel Zeit hatte, verfasste er eine Physik-Arbeit dazu. Sein Ergebnis und sein Geheimrezept, um keinen Kaffee mehr zu verschütten: Becher von oben festhalten, geradeaus schauen - und rückwärts laufen.
Didgeridoospielen gegen Schnarchen
Ein Krokodil und die Lust zu zocken
Feste und flüssige Katzen
Weiblicher Penis und männliche Vagina
Vampire gibt es doch
Iiiih, Käse!
Bist das du oder bin ich das?
Babys über die Vagina mit Musik beschallen
Große Ohren im Alter
Der Ig-Nobelpreis - ein bisschen Schmach muss sein
"Ig-Nobel" ist ein Wortspiel mit dem englischen "ignoble", was soviel bedeutet wie unwürdig, schmachvoll oder schändlich. Der Ig-Nobelpreis ist also eigentlich ein Antipreis, aber ein lustiger. Diese höchste Auszeichnung für scheinbar abstruse und überflüssige Forschungsarbeiten wird alljährlich an der amerikanischen Elite-Universität Harvard verliehen.
Der Ig-Nobelpreis - erst lachen, dann nachdenken
Der Ig-Nobelpreis wird seit 1991 von der Zeitschrift "Annals of Improbable Research" vergeben. Nominiert werden Entdeckungen, die nicht wiederholt werden können - oder sollten. Das Motto des Komittees lautet, die Arbeiten sollen "erst zum Lachen, dann zum Nachdenken" bringen.
Die Ig-Nobelpreis-Verleihung ist Kult
Die Verleihung findet im Sanders-Theater der Harvard-Universität in Cambridge statt, im zeitlichen Umfeld zur Bekanntgabe der Träger der "echten" Nobelpreise. In diesem Jahr war der Termin am 14. September.
Der Ig-Nobelpreis hat sich als Spaßpreis etabliert und ist Kult. Die meisten Gewinner nehmen ihn gern und mit der nötigen Portion Humor in Empfang - auch deshalb, weil er meist von tatsächlichen Nobelpreisträgern überreicht wird. Die Dankesrede darf höchstens 60 Sekunden lang sein, danach werden sie von einem achtjährigen Mädchen unerbittlich unterbrochen mit den Worten: "Please stop. I'm bored. Please stop. I'm bored." Während der Rede bewirft das Publikum die Preisträger mit Papierfliegern. Dabei landen so viele auf der Bühne, dass ein "Besenmeister" diese immer wieder von den Fliegern befreien muss. Am Ende lautet es immer gleich nach der Verleihung der Ig-Nobelpreise:
"Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben - und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!"
klassische Abschiedsformel bei der Ig-Nobelpreis-Zeremonie
Rückblick: Die Ig-Nobelpreise 2016
Nach Schimpf und Schande auch noch Hohn und Spott für VW
Nach dem Abgasskandal auch noch das: Der Wolfsburger Autohersteller VW erhielt 2016 einen Ig-Nobelpreis im Bereich Chemie - für "die Lösung des Problems des übermäßigen Ausstoßes von Autoabgasen, indem automatisch elektromechanisch weniger Abgase produziert werden, wenn die Autos getestet werden." Die Trophäe: eine Plastikuhr. Auf die übliche, höchstens einminütige Dankesrede des Preisträgers mussten die rund tausend Gäste der Veranstaltung in diesem Fall allerdings verzichten: "Der Gewinner konnte oder wollte heute Abend nicht bei uns sein," erklärte Marc Abrahams, der Moderator der Ig-Nobelpreis-Zeremonie.
Das Hirn vor dem Spiegel ausgetrickst
Wenig glaubwürdige Studien
Bullshit-Bingo!
Sei lieber ein weißes Pferd!
Der Versuch, eine Ziege zu werden
Tote Fliegen auf tausend Seiten
Die ganz andere Perspektive
Schädliche Slips für tierischen Sex
Fels in der PR-Brandung
Die Ig-Nobelpreise 2015
Neue Methode zur Diagnose von Blinddarmentzündungen
Na, endlich: Eine akute Blinddarmentzündung lässt sich feststellen, indem man den Patienten über Straßenerhebungen fährt, die eigentlich der Geschwindigkeitsbegrenzung dienen. Je mehr Schmerzen der Patient beim Durchrütteln empfindet, umso schlimmer steht's um seinen Blinddarm. Dafür gab's den Preis für medizinische Diagnostik.
Autsch, gestochen!
Huhn wird zum Dino
Wie zeugt man 888 Kinder?
Entleerte Blase in 21 Sekunden
Teilweises Nicht-Kochen eines Eies
Häh, was haben die erforscht???
Was einen nicht tötet, macht einen risikofreudiger
Bestechung statt Bestechung
Wie sich intensives Küssen auf uns auswirkt
Die Ig-Nobelpreise 2014
Reibung auf einer Bananenschale
Wie hoch ist die Reibungskraft zwischen einem Schuh und einer Bananenschale und einer Bananenschale und dem Boden, wenn jemand auf eine auf dem Boden liegende Bananenschale tritt? Diese rutschige und oft schmerzhafte Angelegenheit hat Kiyoshi Mabuchi, Kensei Tanaka, Daichi Uchijima and Rina Sakai interessiert. Dafür bekamen die Japaner den Physik-Ig-Nobelpreis 2014.
Jesusgesicht im Toast
Psychopathische Langaufbleiber
Vorsicht, Katze
Hunde verrichten ihr Geschäft in Nord-Süd-Ausrichtung
Schmerzen beim Betrachten hässlicher Bilder
Reichtum durch Prostitution, Drogen und Schmuggel
Geräuchertes Fleisch gegen Nasenbluten
Menschen erschrecken Rentiere im Eisbärkostüm
Würstchen mit Milchsäurebakterien aus dem Babygesicht
Die Ig-Nobelpreise 2013
Sich schön trinken klappt
Ja! Es funktioniert! Und ist jetzt endlich wissenschaftlich bewiesen: Wer trinkt, ist attraktiver. Nein, stopp: Wer trinkt, hält sich für attraktiver. Dieses Ergebnis wundert wenig. Die zweite Studie der Forscher ist da schon überraschender: Auch wer nur glaubt, er trinkt, hält sich für attraktiver. Das war einen Ig-Nobelpreis für Psychologie 2013 wert.
Wenn die Entmannung um sich greift
Astronomen auf sechs Beinen
Heilung durchs Mäuseohr
Automatische Kidnapper-Falltür-Zusammenschnür-Abwurf-Maschine
Wahrscheinlichkeitsrechnung auf der Kuhhaut
Wo wir alle übers Wasser wandeln
Da bleibt kein Auge trocken
Forschung am/im eigenen Leib
Kein Applaus für Weissrusslands Diktator
Die Ig-Nobelpreise 2012
Kippender Eiffelturm
Der Psychologie-Ig-Nobelpreis ging 2012 an ein internationales Forscherteam: Es fand heraus, dass der Eiffelturm kleiner wirkt, wenn man sich nach links lehnt. Wir verbeugen uns linkswärts vor Anita Eerland und Rolf Zwaan aus den Niederlanden sowie Tulio Guadalupe aus Peru.
Gebabbel-Bremse
Was ein toter Fisch so denkt
Ein Bericht ist ein Bericht ist ein Bericht
Physik beim Friseur
Kellnerglück
Kehrseite der Forschung
Blas mir doch den Hintern auf!
Alter Schwede!
Knallende Klunker
Die Ig-Nobelpreise 2011
Entscheidungen unter Blasendruck
Wenn Menschen dringend auf die Toilette müssen, fällen sie bei manchen Dingen bessere, bei anderen Dingen hingegen schlechtere Entscheidungen. Dieses Forschungsergebnis wurde mit dem Ig-Nobelpreis für Medizin belohnt. Preisträger sind Mirjam Tuk, Debra Trampe, Luk Warlop, Matthew Lewis, Peter Snyder, Robert Feldman, Robert Pietrzak, David Darby und Paul Maruff.
Wasabi-Warnspray
Gähnende Schildkröten
Wissenschaft zum Seufzen
Aufschieben auf höchstem Niveau
Käfer und Bierflaschen statt Bienchen und Blümchen
Schwindeliger Diskuswerfer
Ein Preis für den Weltuntergang
Panzer gegen Parkplatzsünder
Blindfahrt auf der Autobahn
Die Ig-Nobelpreise 2010
Wichtigen Walrotz ferngesteuert einsammeln
Der Preis für die besondere Ingenieursleistung ging 2010 an drei Forscher für ihr Verfahren zum Einsammeln von Walschnodder mit ferngesteuerten Hubschraubern. Die über das Blasloch "ausgeschiedenen Atemkondensate" könnten Aufschluss geben, ob die Wale gesund sind.
Was Flughunde im Liebesnest so treiben
Socken über Schuhe, mit dem Rutschen Ruhe
Öl und Wasser vermischen sich doch - Danke, BP
Der Weg zum Erfolg: Es könnte jeden treffen
Nehmen Sie dreimal täglich die "Wilde Maus" ...
Bakterienschleuder Bart
"Verdammte Scheiße" ... tut das gut
Fahren nach Art der Schleimpilze
Erinnerungswürdige Auszeichung
Neue Idee von "Frieden"
Zu den ersten, die mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet wurden, gehört der Physiker Edward Teller. Er bekam ihn 1991 für seine Arbeiten zur Wasserstoffbombe - "für seinen lebenslangen Einsatz, die Bedeutung von Frieden nachhaltig zu verändern".