alpha Lernen - Physik

Wärmelehre Die Wärmeleitung

Von: Christian Döllinger

Stand: 16.06.2021 |Bildnachweis

Schau dir zunächst das Video auf die folgenden Fragen hin an:

  • Warum besteht Kochgeschirr meist aus Metall?
  • Erkläre, warum man die Griffe von Kochtöpfen mit Kunststoff ummantelt.
  • Worauf ist die gute Wärmeleitfähigkeit von Metallen zurückzuführen?
  • Wodurch zeichnet sich Winterkleidung aus?
  • In schneereichen Jahren erfrieren deutlich weniger Pflanzen als in einem gleichkalten Winter, in dem nur wenig Schnee fällt. Warum?

Weiter unten findest du die Antworten auf die Fragen und vertiefende Informationen.

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Moderator am Drehort | Bild: BR

Die Wärmeleitung hat ihre Ursache in Energieübertragungen, die zwischen den Teilchen des betreffenden Körpers erfolgen: Wird ein Körper erwärmt, so vergrößert sich die Bewegungsenergie seiner Teilchen an der Erwärmungsstelle, was sich für uns in einer Temperaturerhöhung bemerkbar macht. Bei einem festen Körper, wo die Teilchen an ihre Plätze im Gitter gebunden sind, werden die Teilchen an der Erwärmungsstelle zu heftigeren Schwingungen um ihre Ruhelage gezwungen. Durch die starken Kräfte zwischen den Teilchen werden auch die benachbarten Teilchen mitgerissen, so dass sie ebenfalls stärker schwingen.

Dies bedeutet aber, dass sich die Temperatur auch an den Stellen, die in der Nähe der Erwärmungstelle liegen, erhöht. Diese durch die Energieübertragung zwischen den Gitterteilchen erzwungene Temperaturerhöhung setzt sich schließlich durch den gesamten Körper hindurch fort, d. h. die Wärme breitet sich von der Erwärmungsstelle nach allen Richtungen aus.

Dies ist besonders ausgeprägt bei festen Körpern mit einer hohen Ordnungsstruktur wie sie die Metalle aufweisen, im Gegensatz zu anderen Feststoffen wie Holz, Glas und den meisten Kunststoffen. Dazu kommt bei Metallen noch der Beitrag der freien Elektronen, die nur die Metalle (und einge Elemente der Kohlenstoffgruppe) aufweisen. Die freien Elektronen stoßen mit den Gitterteilchen zusammen. Da diese an der Erwärmungsstelle heftigere Schwingungen ausführen, übertragen sie beim Aufprall einen Teil ihrer Überschussenergie auf die Elektronen. Diese können sich im Metallgitter frei bewegen und daher bei Zusammenstößen mit Gitterteilchen außerhalb der Erwärmungsstelle ihre zuvor zusätzlich aufgenommene Energie auf diese übertragen.

Dass die freien Elektronen einen wesentlichen Beitrag zur guten Wärmeleitfähigkeit der Metalle liefern zeigt sich daran, dass die besten Stromleiter wie Silber und Kupfer zugleich auch besonders gute Wärmeleiter sind. Festkörper, die nicht aus Metall bestehen, besitzen keine freien Elektronen (sie leiten daher den elektrischen Strom nicht) und sind daher wesentlich schlechtere Wärmeleiter.