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Vulkane Ein Vulkan bricht aus - das passiert dabei

Irgendwann bricht der vermeintlich friedliche Berg aus. Hinter einer Eruption können verschiedene Ursachen stecken. Und nicht jeder Vulkan spuckt einfach nur Lava ...

Stand: 17.01.2018 |Bildnachweis

Erruption des isländischen Vulkans Grimsvotn in 2011 | Bild: picture-alliance/dpa
Erruption des isländischen Vulkans Grimsvotn in 2011 | Bild: picture-alliance/dpa
Vulkanismus: Schlummernde Katastrophe

Vulkane speisen sich aus dem oberen Erdmantel. Wenn das zähflüssige Mantelgestein schmilzt, wird es dünnflüssiger und leichter. Sobald das Magma eine geringere Dichte besitzt als das umgebende festere Gestein, drängt es aufgrund der Auftriebskraft gen Oberfläche. Der Druck im Vulkan steigt - bis er irgendwann überquillt oder explodiert.

Ein Blick ins Innere

Ein Vulkan ist außen hart, innen zart

Explodierendes Wasser

Trifft Wasser auf Magma, verdampft es durch die Hitze so plötzlich, dass sich eine Wasserdampfexplosion ereignet.

Für einen Ausbruch sind aber nicht immer die aufsteigende Schmelze und der in der Magmakammer steigende Druck verantwortlich - ein Vulkan ist sensibel: Auch Erdbeben oder Bergstürze können ihn zum Spucken bringen, weil sie dem Magma den Weg nach oben öffnen. Eindringendes Grundwasser kann den Vulkan buchstäblich bis zum Explodieren reizen. Genauso kann es knallen, wenn frisches, gasreiches Magma in eine bestehende Magmakammer strömt. Manchmal reicht eine klitzekleine Störung, um das Fass zum Überlaufen zu bringen: Auf den philippinischen Mayon sollen sich sogar die Gezeiten auswirken.

Wie brechen Supervulkane aus?

Ausgangslage

Rund zwanzig Supervulkane wurden bisher entdeckt. Dazu zählen auch die vergleichsweise kleinen Phlegräischen Felder bei Neapel (Bild). Bislang war unklar, was die bis zu mehrere Kilometer dicken und hundert Kilometer breiten Magmakammern von Supervulkanen explodieren lässt. Beobachten konnte man ein solches Ereignis noch nicht, Supervulkane machen nur rund alle 100.000 Jahre Rabatz, in historischer Zeit war keiner aktiv. Wissenschaftler können sich von den Explosionen nur anhand von Asche- und Gesteinsschichten ein vages Bild machen. 2014 haben zwei Forschergruppen einen Auslöser für solche Eruptionen ausfindig gemacht. Und der ist erschreckend einfach ...

Magma oder Lava?

"Magma" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "geknetete Masse". Der heiße Brei besteht hauptsächlich aus Kieselsäure (Silizium) und Sauerstoff: Je mehr Kieselsäure er enthält, desto zähflüssiger ist er. Tritt Magma an der Erdoberfläche aus, spricht man von Lava. Das bedeutet "Erdrutsch".

So spuckt ein Vulkan

Explosiv

Richtig wütend wird ein Vulkan, wenn seine Nahrung zäh ist: In dickflüssigem Magma kann das enthaltene Gas nicht so leicht aufsteigen. Dann baut sich immer größerer Druck auf, bis sich die Gase schließlich in einer gewaltigen Explosion Luft machen.

Das passiert hauptsächlich in Subduktionszonen, weil Magma aus aufgeschmolzener Erdkruste besonders reich an Silizium und deshalb sehr zähflüssig ist. Wenn die ozeanische Kruste abtaucht und schmilzt, gelangt außerdem Wasser ins Magma - eine hochexplosive Mischung.

Unterschieden wird jedoch nicht nur zwischen explosiv und effusiv ausbrechenden Vulkanen, sondern auch noch nach Untergruppen - je nachdem, wie sich der Feuerspucker vor, während und nach einem Ausbruch verhält. Meistens trägt die Gruppe den Namen eines typischen Vulkans dieser Art: Der heiße Italiener Stromboli war zum Beispiel Namensgeber für das strombolianische Ausbrechen.

Die fünf Feuerspucker-Grundtypen

Mal weich, mal knallhart

Flüssig oder fest?

Bei einem Vulkanausbruch denkt man zuerst an rotglühende Lavaströme. Tatsächlich wird aber häufiger lockeres Gestein in allen Größen gespuckt: 80 Prozent aller Vulkanprodukte an Land bestehen entweder aus solchen Fallablagerungen oder aus Glutwolken.

So, wie es verschiedene Ausbruchstypen gibt, gibt es auch ganz unterschiedliche Produkte, die die Vulkane von sich geben: Lava kann sich entweder in Strömen hinabwälzen und dann in unterschiedlicher Form erstarren oder bei Explosionen als weiche Fladen, bereits erkaltete Brocken oder fein zerstäubte Asche hinauskatapultiert werden. Hinzu kommt Gas, das aus dem Krater austritt: meistens Wasserdampf, Schwefeldioxid und Kohlendioxid.

Auswurfprodukte

Aa-Lava

Bei Vulkanen, die in Ruhe effusiv statt aufbrausend explosiv ausbrechen, treten Lavaströme aus. Dabei sind zwei Hauptarten zu unterscheiden: Aa- und Pahoehoe-Lava.

Aa-Lava bedeutet auf Hawaiianisch "schlecht begehbare" Lava. Ihre spitzen, scharfkantigen Blöcke entstehen bei langsamen Lavaströmen von eher niedriger Temperatur. Dann fallen rotglühende Klumpen von den Vulkanhängen ab und purzeln nach unten. Beim Abkühlen bleiben unterschiedlich stark miteinander verschweißte, raue Brocken übrig. Auf dem Teide auf Teneriffa kann man sie zum Beispiel bewundern. Hat das Gestein eine relativ glatte Oberfläche, nennt man diese Form auch Blocklava.

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