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Impfung Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Diphterie

Tetanus, Diphterie und Keuchhusten gehören zu den Krankheiten, gegen die laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) bereits im ersten Lebensjahr eine Grundimmunisierung stattfinden sollte.

Stand: 26.04.2021 |Bildnachweis

Impfung beim Arzt: Arzt gibt Jungen Spritze in den Oberarm | Bild: picture-alliance/dpa

Keuchhusten ist eine hochansteckende Krankheit - und seit Februar 2012 meldepflichtig. Übertragen wird der Keuchhustenerreger (Bordatella pertussis) durch Tröpfchen-Infektion. In jedem Lebensalter ist eine Ansteckung möglich, daher wird die konsequente Auffrischung des Impfschutzes empfohlen. Der Impfschutz besteht bis zu zwölf Jahre. Auch eine einmalige Erkrankung an Keuchhusten schützt nicht lebenslang vor einer Neuinfektion.

Keuchhusten ist für Säuglinge gefährlich

Generell ist Keuchhusten zwar unangenehm und lästig, aber nicht gefährlich. Das gilt allerdings nicht für Säuglinge! Für sie kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden, wenn es bei den Hustenanfällen zum Atemstillstand kommt. Daher sollten sich auch Erwachsene impfen lassen, um den Erreger nicht auf Kleinkinder zu übertragen. Bei Erwachsenen verläuft Keuchhusten zudem häufig untypisch, sodass die Erkrankung lange unerkannt bleiben kann. Bei einem Drittel der erwachsenen Patienten fehlt der sonst typische "bellende Husten".

Keuchhusten (Pertussis)

Verbreitung

Wie häufig ist Keuchhusten?

Keuchhusten ist weltweit verbreitet und gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Alle vier Jahre muss in Deutschland mit einer Keuchhustenepidemie gerechnet werden. Die Krankheit ist meldepflichtig.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) sieht eine Grundimmunisierung im Baby-, Kindes-, und Jugendalter vor. Sie rät allen Erwachsenen zu einer Impfung - besonders natürlich denjenigen, die Kontakt zu Säuglingen haben. Dazu zählen Frauen mit Kinderwunsch, enge Kontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer von Säuglingen (Tagesmütter, Babysitter, Großeltern, Erzieherinnen). Ausdrücklich empfiehlt die STIKO auch Schwangeren zu einer Impfung.

Tetanus: Tödliche Gefahr durch Kratzer

Die Sporen des Tetanus-Erregers (Clostridium tetani) sind sehr langlebig und vor allem im Erdreich und im Stuhl von Weidetieren vorhanden. Für denjenigen, der nicht geimpft ist, kann schon ein kleiner Kratzer zur tödlichen Gefahr werden. Ist die Wunde mit Erde verschmutzt, gelangen die Erreger ins Gewebe, wo sie die gefährlichen Toxine bilden, die entlang der Nerven bis ins Rückenmark wandern. Im schlimmsten Fall endet Tetanus mit dem Erstickungstod. Jeder sollte deshalb gegen Wundstarrkrampf geimpft werden und nicht vergessen, die Impfung alle zehn Jahre auffrischen zu lassen.

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Verbreitung

Wie häufig ist Tetanus?

Weltweit sterben über eine Million Menschen pro Jahr an Wundstarrkrampf. Für Deutschland liegen keine Zahlen vor, da die Krankheit seit 2001 nicht mehr meldepflichtig ist. Auch wenn sich die intensiv-medizinischen Behandlungsmöglichkeiten verbessert haben (die Patienten werden wochen- bis monatelang künstlich beatmet), sterben heute noch 10 bis 20 Prozent der Erkrankten.

Diphterie: "Würgeengel der Kinder"

Noch in den 1940er-Jahren war Diphtherie auch in Deutschland weit verbreitet und forderte viele Opfer, besonders unter Kindern und Jugendlichen. Die Krankheit wurde deshalb auch "Würgeengel der Kinder" genannt. Heute ist Diphtherie dank der Impfung weitgehend verschwunden. Die Grundimmunisierung findet im Baby- und Kindesalter statt.

Diphterie - Detailinfos

Verbreitung

Wie häufig ist Diphterie?

Dank Impfung und verbesserten hygienischen Verhältnissen ist die Diphtherie in Deutschland und den anderen westlichen Industrieländern fast verschwunden.

Heutzutage ist die Krankheit vor allem in Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung verbreitet. Die meisten Diphterie-Fälle traten in den vergangenen Jahren  nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in subtropischen Ländern - vor allem in Indien - auf. In den 1990er-Jahren trat sie auch vermehrt in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion auf. Weiterhin verbreitet ist die Diphtherie heute in vielen Ländern Afrikas, Asiens, des Südpazifiks und Osteuropas.







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