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Planeten-Highlights im April Venus, Jupiter und Mars leuchten hell

Der Riese Jupiter und unser Nachbar Mars leuchten im April am Abendhimmel. Wer ganz genau hinsieht, kann auch Uranus noch entdecken, zumindest in der ersten Aprilhälfte. Doch das Highlight erstrahlt morgens: Die Venus taucht tief in der Morgendämmerung auf.

Von: Heike Westram

Stand: 31.03.2025 |Bildnachweis

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel: Saturn, Merkur, Neptun, Venus, Mars, Uranus und Jupiter. | Bild: colourbox.com, NASA

Das erste Licht, das im April am Abendhimmel zu sehen ist, kommt von Jupiter. Der steht unübersehbar hell und groß im Westen. Etwas später taucht über ihm der rote Mars auf, unser Nachbarplanet. Wenn es dann richtig finster geworden ist, können Sie bis Mitte April unter Jupiter auch Uranus entdecken - das ist aber nicht ganz einfach. Und für Frühaufsteher steht jetzt morgens die Venus in der Dämmerung über dem Horizont.

Heller Jupiter mit seinen Monden

Das erste Licht, das Sie im April nach Sonnenuntergang erblicken werden, stammt von Jupiter. Der größte Planet im Sonnensystem ist unübersehbar hell, sodass Sie ihn selbst in der Stadt problemlos sehen können. Mit einer scheinbare Helligkeit von -2,1 mag ist er viel heller als jeder Stern am Himmel. Zudem ist sein Scheibchen mit einem scheinbaren Durchmesser von 35 Bogensekunden ein ziemlicher Brummer.

Beides zusammen sorgt dafür, dass Sie Jupiter schon in der frühen Abenddämmerung entdecken können, rund zwanzig Minuten nach Sonnenuntergang. Anfang April wird Jupiter ab etwa 20.15 Uhr sichtbar, Ende April eine halbe Stunde später. Dann finden Sie Jupiter im Westen, wo er zunächst noch hoch steht und lange zu beobachten ist: Erst um halb zwei Uhr geht der Planet unter, Ende April schon zwei Stunden eher.

Mars im Detail

Nur wenig später als Jupiter schält sich rund eine Stunde nach Sonnenuntergang der nächste Planet aus der späten Abenddämmerung: Mars wird etwa vier Handbreit links über Jupiter sichtbar. Im Vergleich zu Jupiter wirkt Mars allerdings etwas schmächtig: Im Durchmesser misst Mars gerade mal ein Fünftel und er ist um drei Größenklassen dunkler als Jupiter.

Mars, Jupiter und Uranus im April

Seine scheinbare Helligkeit sinkt im April von 0,5 mag auf 0,9 mag (je höher die Zahl, desto geringer die Lichtmenge, die bei uns ankommt). Doch die meisten Sterne übertrifft Mars dennoch deutlich. Sie können das leicht selbst feststellen: Mars befindet sich Anfang April nur zwei Fingerbreit von Pollux entfernt, dem hellsten Stern im Sternbild Zwillinge. Mars, Pollux und der zweithellste Zwillingsstern Kastor bilden eine leicht gekrümmte Linie. Mars, ganz links, ist das hellste Licht im Trio.

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Das Wintersechseck besteht aus den hellsten Sternen von Fuhrmann, Stier, Orion, Großer und Kleiner Hund und den Zwillingen. Die Sternkarte zeigt den Anblick des südlichen Himmels etwa um Mitternacht im Januar (zwei Uhr im Dezember, zehn Uhr im Februar, Angaben in MEZ). | Bild: BR, SkyObserver
Das Wintersechseck besteht aus den hellsten Sternen von Fuhrmann, Stier, Orion, Großer und Kleiner Hund und den Zwillingen. Die Sternkarte zeigt den Anblick des südlichen Himmels etwa um Mitternacht im Januar (zwei Uhr im Dezember, zehn Uhr im Februar, Angaben in MEZ). | Bild: BR, SkyObserver
Schon seit Dezember Jupiter und Mars unter den hellsten Sternen

Wenn zwischen neun und zehn Uhr abends der Himmel richtig nachtschwarz geworden ist, sind alle Sterne ringsum zu sehen. Und der Anblick lohnt sich, denn Jupiter und Mars befinden sich schon seit dem Jahresende im Wintersechseck, in dem sechs der zehn hellsten Sterne versammelt sind, die Sie über Deutschland sehen können. Sie können im Monatsverlauf zusehen, wie schnell die beiden Planeten ostwärts durch die Sternbilder ziehen: Mars entfernt sich immer weiter von Pollux, und Jupiter zieht zwischen den langen Hörnern des Sternbilds Stier auf die Mitte des Wintersechsecks zu.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Gleich zu Monatsbeginn taucht die junge Mondsichel bei den beiden Planeten auf und zieht zunächst an Jupiter, dann an Mars vorüber. Am 2. April steht die Mondsichel drei Fingerbreit rechts über Jupiter. Jupiter macht das Mondlicht nicht zu schaffen, doch Mars hat damit zu kämpfen, wenn ihm der Mond zu nahe kommt: Am 5. April ist der Mond nicht mal einen Fingerbreit links über Mars. Mars ist im April bis in die frühen Morgenstunden zu sehen.

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Scheinbare Helligkeit im Vergleich

Sobald es richtig finster geworden ist, können Sie noch einen dritten Planeten am Abendhimmel entdecken. Das ist allerdings nicht so einfach: Uranus ist so weit von der Erde entfernt, dass seine scheinbare Helligkeit nur 5,8 mag beträgt. Unter Idealbedingungen ist er also theoretisch mit bloßem Auge zu sehen, weil seine Helligkeit knapp über der Sichtbarkeitsgrenze liegt. Praktisch ist es aber in Deutschland fast nirgends mehr dunkel und klar genug, um Uranus ohne Hilfsmittel zu erspähen. Nutzen Sie lieber ein lichtstarkes Fernglas mit Stativ oder ein kleines Teleskop - oder besuchen Sie eine Sternwarte in Ihrer Nähe. Vom 1. bis etwa 4. April verhindert allerdings der Mond die Beobachtung von Uranus.

Uranus im Hochleistungsteleskop

Sie haben allerdings nicht mehr viel Zeit, um Uranus zu beobachten: Anfang April ist es ab halb zehn Uhr dunkel genug für ihn. Rund eine Stunde lang steht er dann gerade noch hoch genug im Westen. Mitte April verabschiedet sich Uranus, denn da versinkt er schon im Horizontdunst, wenn es endlich dunkel genug für ihn geworden ist. In der folgenden Zeit wird Uranus aus Sicht der Erde hinter der Sonne vorbeiziehen und erst im Juni wieder auftauchen.

Was die Venus so hell macht

Noch ein vierter Planet ist im April zu sehen - und der ist buchstäblich das Highlight unter ihnen: Die Venus geht morgens vor der Sonne auf. Unser innerer Nachbarplanet ist mit einer scheinbaren Helligkeit von -4,5 mag heller als alle Sterne und Planeten. Sonne und Mond sind die einzigen natürlichen Himmelsobjekte, die heller sind als die Venus.

Schon eine Viertelstunde nach ihrem Aufgang wird sie sichtbar. Anfang April ist das ab sechs Uhr. Dann bleibt Ihnen allerdings nur eine gute halbe Stunde, um die Venus zu sichten, denn eine Viertelstunde vor Sonnenaufgang wird es selbst der Venus zu hell. Im Monatsverlauf verlängert sich die Sichtbarkeit auf fast eine Stunde, dann allerdings eine gute Stunde früher: Von 4.45 Uhr bis 5.25 Uhr ist die Venus Ende April zu sehen. Die Zeiten variieren für jeden Beobachtungsort und in Abhängigkeit lokaler Bedingungen wie Dunst.

Venus im April am Morgen

Sie brauchen absolut freie Sicht auf einen möglichst klaren Horizont, um die Venus schön zu sehen. Denn sie steht eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang immer noch nur wenige Fingerbreit über dem Horizont im Osten.

Auf der Innenbahn

Das verbessert sich im Monatsverlauf auch kaum, obwohl die Venus deutlich Abstand zur Sonne gewinnt: Von anderthalb Handbreit Abstand am Anfang des Monats entfernt sie sich bis Ende April bis auf vier Handbreit von der Sonne. Doch sie gewinnt nur sehr wenig an Höhe, weil die Planetenebene (Ekliptik) derzeit sehr flach zum Horizont im Osten verläuft.

Venussichel bei der Mondsichel am Morgenhimmel

Den flachen Verlauf der Ekliptik können Sie deutlich gegen Ende April sehen, wenn der Mond noch unter der Venus vorüberzieht und dabei jeden Morgen nur knapp über dem Horizont steht. Am 24. April ist die Mondsichel noch anderthalb Handbreit entfernt rechts der Venus zu sehen. Am 25. April steht die Mondsichel mit nur anderthalb Fingerbreit Abstand unter der hellen Venus - ein toller Anblick am frühen Morgen! Am nächsten Tag ist der Mond bereits weitergezogen: Seine nur noch hauchdünne Sichel befindet sich anderthalb Handbreit links unter der Venus.

Wachsende Venussichel

Apropo Sichel: Auch die Venus ist im April nur eine dünne Sichel, weil sie der Erde nur einen kleinen Teil ihrer beleuchteten Hälfte zudreht - wie der Mond manchmal. Sie ist ja noch "jung": Erst Ende März zog die Venus zwischen Erde und Sonne hindurch und wandelte sich vom Abendstern zum Morgenstern. Mit einem guten Fernglas mit Stativ können Sie selbst die Venussichel sehen. Wenn Sie das öfter machen, werden Sie merken, wie die Venus Tag für Tag zunimmt.

Im Sonnenlicht verborgen

Drei Planeten sind im April gar nicht am Firmament zu finden: Merkur, Saturn und Neptun. Saturn und Neptun sind hinter der Sonne vorbeigewandert, Merkur wie die Venus vor der Sonne - eine Besonderheit der inneren Planeten. Alle drei stehen im April ganz in der Nähe der Venus am Morgenhimmel - allerdings viel zu tief und bei Weitem nicht so hell wie diese.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für München

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.

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